Campingplatzerfahrungen

Den heutigen Tag starten wir wieder mit einem gemeinsamen Frühstück mit Inga und Claudio. Das Wetter ist schön, zwar etwas windig, aber wir beschließen, dass wir draußen unter dem Pavillon sitzen.

Nina bereitet unser Frühstück vor

Inga und Claudio starten danach in ihren ausgiebigen Spaziergang mit Rico und Nala. Nina und ich schauen immer wieder ganz interessiert den anderen Campern zu. Es ist schon erstaunlich, welche verschiedenen Konzepte es gibt:
Zelt, Bulli mit einer Schiebetür, Bulli mit zwei Schiebetüren, Van 5,40 m, Van 5,90 m, Van 6,40 m, kurzes WoMo, langes WoMo, gaaanz langes WoMo. Dann noch die verschiedenen Caravans.
Jedes dieser Wohnkonzepte hat dann auch noch innen ganz verschiedene Möglichkeiten der Raumaufteilung. Wir können auch erkennen, dass es ganz individuelle Lösungen gibt von Leuten, die sich ihre Inneneinrichtung komplett selber gebaut haben. Nina fasst sich ein Herz und fragt unsere Nachbarn mit dem Bulli, ob sie mal einen Blick in deren Wohnkonzept werfen darf. Nina ist ja sehr vernarrt in den Bulli als solchem und hat sich im Internet auch schon die verschiedensten Ausbaumöglichkeiten angesehen. Stichwort: Küche rechts oder links oder im Heck als Außenküche, eine Schiebetür oder zwei, Durchgang von der Fahrerkabine in den Wohnbereich, oder dort die Küche. Die Sitzbank im Wohnraum mit Fokus auf Wohnen oder mit Fokus auf Fahren (wenn man zu dritt oder viert unterwegs ist). Es gibt so viele Möglichkeiten für den Ausbau…

Der Bulli unserer Nachbarn

Später genießen wir die Ruhe direkt am See und schauen einer kleinen Entenfamilie zu, die ihr ganz kleines Küken dabei hat.
Wir waren ja gestern in der kleine Kaffeerösterei KAVA in Chieming, die uns sehr gefallen hat. Nachdem ich für unsere Siebträgermaschine zu Hause auch mal wieder neue Espressobohnen probieren möchte, beschließen wir mit dem Rad nochmal hinzufahren (https://kavacoffee.de/) und verschiedene Espressi zu tasten. Am Ende entscheiden wir uns für den BIO Espresso Ugandana aus 100% Robusta-Bohnen. Für Nina nehmen wir einen „Bio-Espresso Kaffee No caffein“ mit.
Zurück auf dem Campingplatz steht dann „Erfahrung sammeln“ an und wir packen das Projekt Schwarzwasser-Entsorgung an (Schwarzwasser ist „häusliches Abwasser mit fäkalen Feststoffen – ohne Grauwasser“. Als Schwarzwasser wird demnach das Abwasser aus Toiletten bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist Grauwasser fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser aus Bädern, Duschen oder Waschmaschinen). Jetzt geht es also darum, unseren Schwarzwassertank zu leeren. Der Campingplatz bietet dazu einen Automaten, der es uns ganz einfach macht: Klappe des Automaten auf, Tank eingeschoben, 3 EUR eingeworfen, ein paar Knöpfe auf dem Display gedrückt. Dann dauert es etwa 2 Minuten und die Klappe geht wieder auf und wir können den Tank entnehmen und wieder zurück in die Halterung unterhalb unserer Toilette schieben. Wir sind gespannt auf die Erfahrung, die wir machen werden, wenn ein Campingplatz diesen Luxus nicht bietet.

Der Camping Butler – Schwarzwasserentsorgung

Wir machen dann noch ein paar Fotos von unserem Ausblick aus dem Schlafzimmer. Ist schon echt super.

Schlafzimmer-Ausblick bei geschlossenen Türen
Schlafzimmer-Ausblick bei offenen Türen
Panorama-Foto aus dem Schlafzimmer
Unser Glücksmobil am See

Nach der Rückkehr von Inga und Claudio gibt es ein verspätetes Mittagessen oder auch frühes Abendessen, je nach Sichtweise. Inga hat als Nachtisch einen Kuchen im Omnia gebacken.

Kuchen aus dem Omnia

Wir sitzen zunächst wieder draußen in der Sonne und lassen dann später den Abend im WoMo der beiden ausklingen.


Sonne – Wolken – Regen

Unser erster Tag am Chiemsee startet mit Wolken.
Wir haben gut geschlafen. Ich bin überrascht. Ich denke, die Überlegung, doch den längeren Van (6,40 m) zu mieten hat sich im Komfort ausgezahlt. Bei den beiden kürzeren Varianten (5,40 m bzw, 5,90 m) ist das Bett hinten quer eingebaut. In unserem ist es längs. Es hat einen Lattenrost und eine recht dicke Matratze. Das Doppelbett kann auch gegen zwei Sofas, die sich dann gegenüber stehen, umgebaut werden.

Unser Van, direkt am See.

Ich bin genieße die Ruhe mit Blick auf den See. Es ist kurz nach Sonnenaufgang. Zugegeben, es ist noch etwas frisch, 10 Grad. Aber diese Ruhe am Morgen ist genau mein Ding. Ich liebe sie.

🙂
🙂 🙂

Nina macht ihr Frühstück und wir frühstücken im Anschluss mit Inga und Claudio im Freien. Die Sonne kommt immer mal wieder durch.

Nina macht ihr Frühstück in der kleinen Küche im Van

Der Campingplatz ist sehr lang gezogen und sehr schmal angelegt. Er liegt zwischen der Straße und dem See. Wir haben Platz Nr. 7, sind also fast an einem der beiden Enden des Campingplatzes. die Plätze 1-10 sind einreihig, d. h. wir haben nur Nachbarn rechts und links von uns und nicht auch noch auf der dritten Seite.

Ausblick von unserem Platz das Ufer entlang

Inga und Claudio drehen nach dem Frühstück ihre große Runde mit den Hunden. Wir verabreden uns zu einem gemeinsamen Kaffee im nahegelegenen Chieming, damit ist es für uns eher ein kleiner Spaziergang. Es sind 2 km dorthin. Wir kehren ein in ein gemütliches kleines Café mit Rösterrei, in dem auch Nina ihre Hafer-Latte koffeinfrei bekommt. Der Kaffee, bzw. die Latte Macchiato schmeckt echt gut.
Auf dem Weg nach Chieming haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf den See. Der einzige Vorteil dieses Wechsel-Wetters sind die Farben, die sehr kontrastreich sind. Es wechselt immer wieder zwischen Sonne, Wolken und Regen ab,

Ausblick auf den See, die Farben sind schon echt toll.
Von Chieming aus gesehen, der Blick auf den Campingplatz

Am Nachmittag sitzen wie abwechselnd in unserem Van, in Inga’s und Claudio’s WoMo oder auch mal zwischen den beiden unter dem Pavillon, immer abhängig vom Wetter bzw. Regen.
Die Abendstimmung ist dann wieder eher schön, die Farben zum Sonnenuntergang entschädigen für den Wettermix des Tages.

Abendstimmung
Abendstimmung

Angekommen

Heute habe ich kein Bild für euch.
Das liegt hauptsächlich daran, dass wir Dauerregen haben.
Egal. es gibt kein schlechtes Wetter…
Wir nutzen den Tag, um den Van zu Ende zu beladen. Nina hat eine Roadsurfing Liste erstellt, so dass wir nichts vergessen und aus den Erfahrungen der letzten Bulli-Reisen profitieren können.
Wir kommen dann gegen 14:30 auch los und fahren die „blaue Route“ an Straubing und Burghausen vorbei – übers Land – nach Chieming am Chiemsee. (https://chiemsee-strandcamping.de/) Wir treffen gegen 17:30 ein. Inga und Claudio sind 4 Minuten nach uns da. 🙂 Das nennt man Timing, die beiden haben 2,5 h mehr Anreise gehabt als wir.
Der Campingplatz ist super modern (nur das Internet ist grottenlangsam) und liegt langgezogen direkt am See. Wir haben erste Reihe gebucht und haben somit unsere Stellplätze 2m vom See entfernt. Fotos sollten morgen folgen
Wir parken unsere zwei Campingmobile so nebeneinander, dass wir einen recht großen Platz zwischen uns haben. Leider ist auch hier der Dauerregen angekommen, aber der Wetterbericht für morgen sieht besser aus. Geplant ist, dass wir dann den Platz nutzen, Pavillon aufstellen und Markise ausfahren und es uns dann darunter gemütlich machen.
Wir sind gespannt, wie unsere erste Nacht ist und wie wir schlafen werden.

Vorfreude

Morgen geht es los. Über das lange Wochenende ausspannen am Chiemsee. Wir „campen“ dort direkt am See, zusammen mit unseren Freunden Inga und Claudio.
Heute haben wir unseren Van geholt. Dieses Mal nicht in München bei Roadsurfer, sondern hier bei uns gleich um die Ecke. 11 km entfernt ist Seltenhofer, ein regionaler Vermieter von Wohnmobilen und Caravans. Nach den Bulli Erfahrungen der letzten Camping-Reisen wollten wir es dieses Mal etwas größer haben. Unser Glücksmobil ist 6,40 m lang. Wir haben ein kleines Bad, inkl. Toilette und Dusche mit an Board. Der Kühlschrank ist deutlich größer als im Bulli. Überhaupt merkt man die Größe. Gut, 140 PS ist jetzt nicht der Hammer, aber der Weg ist das Ziel und eigentlich ist es ja egal, wann man ankommt 🙂
Zu erwähnen ist noch, dass wir die Jungfernfahrt des Vans machen dürfen. Er ist nagelneu und bisher noch nicht auf Tour gewesen.
Morgen geht es los und Seltenhofer hat uns freundlicher Weise einen Tag geschenkt, so dass wir das Glücksmobil heute schon abholen konnten. 1 h Einweisung und ein klein wenig Papierkram und Nina konnte den Van nach Hause fahren.
Wir haben den Nachmittag dann genutzt und schon angefangen ihn einzuräumen. Die Fahrräder sollen mit. Leider ist Nina’s E-Bike zu schwer für den Heckträger, so dass wir nur meins dort transportieren können. Das E-Bike kommt dann morgen in den hinteren Teil des Van, zwischen die beiden Betten. Vor Ort wird dann aus den Betten ein Doppelbett und Mixi (das E-Bike) muss draußen schlafen 🙂

ist schon ziemlich lang – 6,40 m

Der Name ist (hoffentlich) Programm

Mein Fahrrad am Träger

Wieder nach Hause

Nach vier Tagen offline geht es heute wieder heim. Wir haben die Zeit sehr genossen, insbesondere die Unterschiede zwischen „Allein auf dem Campingplatz“ und „Bratislava“.
Vormittags reisen wir nach Hause und für mich sind am Nachmittag schon wieder Termine im Kalender eingetragen.

Bratislava

Wir genießen den Tag in Bratislava. Spazieren an der Donau entlang zur Old Town. Gegen Mittag wird es ziemlich voll und so geht der Weg wieder zurück zum Hotel. Vorher noch Mittagessen in einem Restaurant. Nachmittags entspannen wir nochmal an der Donau.

Was gibt es über Bratislava zu sagen? Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei und liegt im Südwesten des Landes an der Donau. Die Stadt hat eine reiche Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht, und war früher Teil des Königreichs Ungarn. Heute ist Bratislava ein wichtiges politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Slowakei.
Die Stadt hat eine reiche kulturelle Szene mit vielen Museen, Theatern und Musikveranstaltungen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Burg Bratislava, die majestätisch auf einem Hügel über der Stadt thront und eine atemberaubende Aussicht bietet, sowie der Michaeler Turm, der als einer der ältesten erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung gilt.
Bratislava ist auch für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt, darunter Halusky (Kartoffelklöße mit Schafskäse und Speck), Bryndzove Halusky (Kartoffelklöße mit Schafskäse und Speck) und Loksa (eine Art süßer Pfannkuchen).
Die Stadt hat auch eine lebhafte Nachtleben-Szene mit vielen Bars, Clubs und Restaurants, die bis spät in die Nacht geöffnet sind. Bratislava ist zudem ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge von Wien aus, da es nur etwa eine Stunde mit dem Zug von der österreichischen Hauptstadt entfernt liegt.

Der Platz am Hotel (rechts), hinter dem Löwen ist die Donau, links das Einkaufszentrum Eurovea.

Statue an der Fontána Prameň

Old Town

Altes Rathaus am Stadtplatz

Old Town

Die Oper, nahe dem Hotel

Ufo Tower

Von Lunz über Wien nach Bratislava

Heute geht es weiter – wir müssen bis 11:00 den Bulli bei Roadsurfer in Wien abgeben. Von Lunz sind es 2 Stunden Fahrtzeit. Nach dem Aufstehen heißt es dann auch: Alles zusammen packen und in den Audi laden. Dann geht es nach Wien. Wir lassen uns Zeit und fahren ein Stück an der Donau lang. Eine landschaftlich sehr schöne Strecke.
Nachdem wir den Bulli abgegeben haben, führt uns der Weg – wieder an der Donau lang – nach Bratislava in der Slowakei. Nach den 8qm Wohnfläche im Bulli gönnen wir uns noch 2 Nächte im Sheraton in Bratislava, direkt an der Donau. Das Bad in der Suite ist größer als die Wohnfläche im Bulli 🙂

Erstaunlich finden wir, dass zwischen Wien und Bratislava nur 55km liegen und die Grenze nur 12 km entfernt ist, jedoch hier kaum einer deutsch spricht. Selbst im Hotel kommen wir nur mit Englisch weiter. Am Nachmittag sind wir in ein Café in der benachbarten Eurovea Mall gegangen. Auch hier war wieder das Bestellen nur auf Englisch möglich. Abends dann – ebenfalls in der Mall – kamen wir selbst mit Englisch nicht mehr weiter. Glücklicherweise waren die Speisen abgebildet und hatten Nummern. 4 Finger hoch zu halten um das Essen Nr. 4 zu bestellen hat dann gut funktioniert 🙂
Nachtrag: Am nächsten Morgen im Frühstücksraum konnten wir dann mit einer Angestellten ein paar Worte auf deutsch wechseln.

Lunz am See

Wenn wir schon „am See“ sind, wollen wir ihn auch sehen. Unser Morgenspaziergang geht heute erst ein wenig durch den Ort und dann am Südufer den See lang. Knapp 2 Stunden sind wir unterwegs.
Bei B ist der Campingplatz, man kann den Bach erkennen. Ich habe leider vergessen, Komoot einzuschalten, als wie losgegangen sind, sodass hier nur der Rückweg zu sehen ist. Die Wanderung in Zahlen: 7,1 km, 105 Minuten, 4km/h, 40 Höhenmeter. Die Bilder unten geben Eindrücke der Landschaft am See wieder.

Was gibt es über Lunz am See zu sagen? Lunz am See ist eine kleine Gemeinde in Niederösterreich. Die Gemeinde hat eine Fläche von 70,51 Quadratkilometern und liegt auf einer Höhe von 588 Metern über dem Meeresspiegel. Der namensgebende See, der Lunzer See, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Unsere Wanderung

Der See, Westufer

Schneeglöckchen am Seeufer

rote Pilze am Seeufer

Spiegelung der Häuser auf der Nordseite des Sees

Offline in Lunz am See (Österreich)

Nachdem Nina schon ein paar Tage mit dem roadsurfenden Bulli unterwegs ist, kann ich heute auch endlich los fahren. Nach Lunz am See in Österreich sind es 3 Stunden Fahrtzeit.
Wir wollen ein paar Tage (Donnerstag bis Montag Vormittag) offline sein und einfach mal die Ruhe genießen.

von Mintraching nach Lunz am See (Österreich)

Nina hat einen schönen Campingplatz (https://www.oetscherlandcamping.at/), an einem Bach gelegen, gefunden. 80 Stellplätze, davon 40 für Dauercamper. Die Campingsaison hat noch nicht angefangen, neben zwei Dauercampern sind wir die einzigen Gäste. Nina hat somit freie Auswahl des Stellplatzes gehabt und hat den Bulli auf einem schönen Platz direkt am Bach geparkt.

Der Bulli am Bach

Unser Stellplatz

Das Rauschen des Baches ist im Bulli nicht zu hören

Den inneren Frieden finden (oder nicht) – meine Bulli-Reise #2

Ich schreibe diesen Beitrag einige Wochen nach meiner Reise aus der Rückschau.

Nachdem ich letztes Jahr im September eine tief erfüllende Zeit mit mir und dem Bulli in Colijnsplaat hatte, war mir klar, solch eine Reise ganz allein, mit viel Natur, offline und mit wenig Ablenkung, möchte ich unbedingt noch einmal machen. Ich hatte in meinen wenigen Tagen in den Niederlanden inneren Frieden in einer Tiefe und Erfülltheit erlebt wie nie zuvor in meinem Leben. Im darauf folgenden Alltag, blitzte er zwar hin und wieder durch, dieser Frieden, doch schien es, als hätte ich ihn weitestgehend wieder verloren – und so war mir klar: ich fahre im nächsten Jahr wieder los.

Kurz nach meinem Geburtstag habe ich dann von Sardinien aus meine zweite Reise gebucht, für Juni und wieder nach Colijnsplaat. Und wenig später habe dann entdeckt, dass ich für Roadsurfer im März einen Bulli von München nach Wien überführen könnte. Am 18.3. habe ich also einen grau-blauen Bulli in München abgeholt und bin am Tag darauf damit in Richtung Klosterneuburg bei Wien losgefahren. Eine Woche hatte ich Zeit, um das Auto nach Wien zu bringen. Mit den ganzen Dingen rund ums Campen wie Stellplätze, Einparken etc. fühle ich mich immer noch sehr unsicher und da ich den Campingplatz in Klosterneuburg schon kannte, beschloss ich, einfach dort die Woche zu verbringen. Von Sonntag bis Donnerstag allein und bis Samstag würde dann Ralf mit unserem Auto dazukommen. Der weitere Plan war, Samstag das Auto in Wien abzugeben und dann noch zwei gemütliche Hoteltage in Bratislava anzuhängen, bevor wir am 27.3. wieder heimfahren würden.

Reisevorbereitungen

Am frühen Nachmittag des 19.3. bin ich in Klosterneuburg angekommen. Kaum was los – ganz wunderbar. Ich habe mir einen schönen Stellplatz ausgesucht und war bereit, in meine innere Welt und die Natur abzutauchen.

In Klosterneuburg

Und irgendwie kam es dann anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Das Leben konnte es mir einfach nicht recht machen: Es war sehr kühl und grau – zugegebenermaßen keine große Überraschung im März – und gar nicht gemütlich. Privatsphäre gleich null, das Klo (gefühlt) sehr weit weg, der Campingplatz deutlich weniger charmant, als ich ihn in Erinnerung hatte. Viel Eisenbahnlärm, hätte ich wissen müssen. Ich stellte fest, dass ich sehr verwöhnt von den unheimlich schönen, großen und mit Hecken umgebenen Einzelstellplätzen mit eigenem Bad in Colijnsplaat war. Ich glaube, all meine inneren Nörgeleien waren aber mehr der Ausdruck dessen, was mich leider auch die weiteren Tage begleitet hat: viel innere Unruhe, kreisende Gedanken, Genervtheit von mir selber und nicht ein Hauch von innerem Frieden. Meine Erwartungen waren riesig und es wäre sicher viel besser gewesen, keine zu haben.

Bis Dienstag früh bin ich in Klosterneuburg geblieben und habe dann recht spontan beschlossen, noch einmal loszuziehen und mir einen kleinen Campingplatz irgendwo in der Natur zu suchen. Nach einiger Recherche – ich war also nicht komplett offline – bin ich dann fündig geworden und losgefahren: zum Ötscherland-Campingplatz in Lunz am See.

Mein malerischer Stellplatz direkt an der Ybbs…

… mit lieblichem Rauschen

Auf dem Ötscherland-Campingplatz war kaum Betrieb, insbesondere unten am Flüsschen. Jede Menge Platz hatte ich für mich, Natur pur, wenig Straßenlärm, immerhin ein wenig Sonne, meinen Bulli, eine Hängematte – so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Es half jedoch alles nichts, der innere Frieden, er versteckte sich hartnäckig vor mir. Ich war frustriert, traurig und enttäuscht und es zeigte sich mir wieder einmal, dass wir die Welt nicht so sehen, wie sie ist, sondern wie wir im jeweiligen Moment gestimmt sind.

meine Mini-Outdoor-Küche – Pasta mit Pesto schmeckt immer 🙂

Danke liebe Inga fürs Ausleihen der Hängematte!

Blick aus dem Dachzelt

Abendstimmung im Bulli

Spaziergang zum See – man merkt, Körperpflege ist überfällig 🙂

Erste Blümlein

Spaziergang am Seeufer mit wunderschöner Spiegelung

Stimmungsvoller Sonnenuntergang

Ich habe viele schöne Momente erlebt – nur halt eben ohne inneren Frieden: gemütliche Augenblicke in der Hängematte, Kochen im Freien, kuscheliges Schlafen im Bulli, eine Wanderung zum See und teilweise um ihn herum, erste Blümchen, stimmungsvolle Sonnenuntergänge, sternklare Nächte.

Der allerschönste Moment jedoch war der, als Ralf auf den Campingplatz einbog, da ist mir das Herz so richtig vor Freude und Liebe übergelaufen. Und plötzlich war alles gut.

Das letzte italienische Frühstück

… im Bentu Bistro @ Pula, direkt am Marktplatz gelegen, um diese Zeit weihnachtlich geschmückt. Der Inhaber füllt die Cornetti erst bei Bestellung nach Wahl, bei uns meist Schoko oder Crema. Heute, zum Abschluss unseres Sardinienaufenthaltes, gibt es drei verschiedene süße Leckereien. Für Nina dann noch einen koffeinfreien Soja Latte Macchiato und für mich einen Milchkaffee.

Bentu Bistro @ Pula

Bentu Bistro @ Pula

Bentu Bistro @ Pula

Sonnenaufgangsspaziergang 08.12.22

… am Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia und Spiaggia di Campumatta @ Pula.
Spiaggia di Campumatta bei Pula ist einer von unseren drei Lieblingsstränden. Der Vorteil hier ist, dass direkt neben dem Strand eine Straße entlang führt, auf der wir morgens häufig unseren Spaziergang gemacht haben. Auch bei schlechterem Wetter und Wind ist das Gehen auf der Straße angenehmer als auf dem Sandstrand. Im Laufe der Zeit grüßten uns immer mehr der (sehr wenigen) morgendlichen Autofahrer, die, wie wir, täglich zur selben Zeit dort unterwegs waren.
Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia ist ein weiterer Lieblingsstrand. Hier ist der Weg vom Parkplatz zum Strand bereits was besonderes, weil er auf einem langen Holzsteg entlang einer Lagune führt, in der sich dutzende Flamingos aufhalten und im seichten Wasser nach Nahrung suchen. Die Spiegelung des Sonnenaufgangs in der Lagune ist hierbei sehr sehenswert. Der Sand hier hat im Sonnenaufgangslicht einen ganz besonders gelben Farbton.

Spiaggia di Campumatta @ Pula

Spiaggia di Campumatta @ Pula

Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia

Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia

Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia

Gewächshäuser

… im wahrsten Sinne des Wortes.
Leider halten es die Sarden nicht sehr gut mit dem Umweltschutz, der Hausmüll wird beispielsweise gerne einfach mal am Straßengraben abgestellt. Plastik vermeiden kennen sie nicht. Hier wird so ziemlich alles in Plastik verpackt, was irgendwie geht, vor allem Obst und Gemüse. Das viele Plastik wird dann auch mal gesammelt und in großen Plastikbeuteln an der Straße liegen gelassen.
Wir müssen unseren Müll und die Wertstoffe, die wir produzieren, an einer Sammelstelle abgeben. Hier stehen verschiedenste Container für die Mülltrennung bereit. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass nur wir es sehr ernst nehmen mit der Trennung. Im Container der Grünabfälle ist Plastik. Beim Plastik ist Glas dabei, beim Papier ist auch Plastik und Glas usw.
Daher verwunderte uns der Anblick dieser Gewächshäuser eigentlich nicht, er passt hier – leider – in das alltägliche Bild.