Heute geht es weiter – wir müssen bis 11:00 den Bulli bei Roadsurfer in Wien abgeben. Von Lunz sind es 2 Stunden Fahrtzeit. Nach dem Aufstehen heißt es dann auch: Alles zusammen packen und in den Audi laden. Dann geht es nach Wien. Wir lassen uns Zeit und fahren ein Stück an der Donau lang. Eine landschaftlich sehr schöne Strecke. Nachdem wir den Bulli abgegeben haben, führt uns der Weg – wieder an der Donau lang – nach Bratislava in der Slowakei. Nach den 8qm Wohnfläche im Bulli gönnen wir uns noch 2 Nächte im Sheraton in Bratislava, direkt an der Donau. Das Bad in der Suite ist größer als die Wohnfläche im Bulli 🙂
Erstaunlich finden wir, dass zwischen Wien und Bratislava nur 55km liegen und die Grenze nur 12 km entfernt ist, jedoch hier kaum einer deutsch spricht. Selbst im Hotel kommen wir nur mit Englisch weiter. Am Nachmittag sind wir in ein Café in der benachbarten Eurovea Mall gegangen. Auch hier war wieder das Bestellen nur auf Englisch möglich. Abends dann – ebenfalls in der Mall – kamen wir selbst mit Englisch nicht mehr weiter. Glücklicherweise waren die Speisen abgebildet und hatten Nummern. 4 Finger hoch zu halten um das Essen Nr. 4 zu bestellen hat dann gut funktioniert 🙂 Nachtrag: Am nächsten Morgen im Frühstücksraum konnten wir dann mit einer Angestellten ein paar Worte auf deutsch wechseln.
Wenn wir schon „am See“ sind, wollen wir ihn auch sehen. Unser Morgenspaziergang geht heute erst ein wenig durch den Ort und dann am Südufer den See lang. Knapp 2 Stunden sind wir unterwegs. Bei B ist der Campingplatz, man kann den Bach erkennen. Ich habe leider vergessen, Komoot einzuschalten, als wie losgegangen sind, sodass hier nur der Rückweg zu sehen ist. Die Wanderung in Zahlen: 7,1 km, 105 Minuten, 4km/h, 40 Höhenmeter. Die Bilder unten geben Eindrücke der Landschaft am See wieder.
Was gibt es über Lunz am See zu sagen? Lunz am See ist eine kleine Gemeinde in Niederösterreich. Die Gemeinde hat eine Fläche von 70,51 Quadratkilometern und liegt auf einer Höhe von 588 Metern über dem Meeresspiegel. Der namensgebende See, der Lunzer See, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische gleichermaßen.
Unsere WanderungDer See, WestuferSchneeglöckchen am Seeuferrote Pilze am Seeufer
Nachdem Nina schon ein paar Tage mit dem roadsurfenden Bulli unterwegs ist, kann ich heute auch endlich los fahren. Nach Lunz am See in Österreich sind es 3 Stunden Fahrtzeit. Wir wollen ein paar Tage (Donnerstag bis Montag Vormittag) offline sein und einfach mal die Ruhe genießen.
von Mintraching nach Lunz am See (Österreich)
Nina hat einen schönen Campingplatz (https://www.oetscherlandcamping.at/), an einem Bach gelegen, gefunden. 80 Stellplätze, davon 40 für Dauercamper. Die Campingsaison hat noch nicht angefangen, neben zwei Dauercampern sind wir die einzigen Gäste. Nina hat somit freie Auswahl des Stellplatzes gehabt und hat den Bulli auf einem schönen Platz direkt am Bach geparkt.
Der Bulli am BachUnser StellplatzDas Rauschen des Baches ist im Bulli nicht zu hören
Ich schreibe diesen Beitrag einige Wochen nach meiner Reise aus der Rückschau.
Nachdem ich letztes Jahr im September eine tief erfüllende Zeit mit mir und dem Bulli in Colijnsplaat hatte, war mir klar, solch eine Reise ganz allein, mit viel Natur, offline und mit wenig Ablenkung, möchte ich unbedingt noch einmal machen. Ich hatte in meinen wenigen Tagen in den Niederlanden inneren Frieden in einer Tiefe und Erfülltheit erlebt wie nie zuvor in meinem Leben. Im darauf folgenden Alltag, blitzte er zwar hin und wieder durch, dieser Frieden, doch schien es, als hätte ich ihn weitestgehend wieder verloren – und so war mir klar: ich fahre im nächsten Jahr wieder los.
Kurz nach meinem Geburtstag habe ich dann von Sardinien aus meine zweite Reise gebucht, für Juni und wieder nach Colijnsplaat. Und wenig später habe dann entdeckt, dass ich für Roadsurfer im März einen Bulli von München nach Wien überführen könnte. Am 18.3. habe ich also einen grau-blauen Bulli in München abgeholt und bin am Tag darauf damit in Richtung Klosterneuburg bei Wien losgefahren. Eine Woche hatte ich Zeit, um das Auto nach Wien zu bringen. Mit den ganzen Dingen rund ums Campen wie Stellplätze, Einparken etc. fühle ich mich immer noch sehr unsicher und da ich den Campingplatz in Klosterneuburg schon kannte, beschloss ich, einfach dort die Woche zu verbringen. Von Sonntag bis Donnerstag allein und bis Samstag würde dann Ralf mit unserem Auto dazukommen. Der weitere Plan war, Samstag das Auto in Wien abzugeben und dann noch zwei gemütliche Hoteltage in Bratislava anzuhängen, bevor wir am 27.3. wieder heimfahren würden.
Reisevorbereitungen
Am frühen Nachmittag des 19.3. bin ich in Klosterneuburg angekommen. Kaum was los – ganz wunderbar. Ich habe mir einen schönen Stellplatz ausgesucht und war bereit, in meine innere Welt und die Natur abzutauchen.
In Klosterneuburg
Und irgendwie kam es dann anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Das Leben konnte es mir einfach nicht recht machen: Es war sehr kühl und grau – zugegebenermaßen keine große Überraschung im März – und gar nicht gemütlich. Privatsphäre gleich null, das Klo (gefühlt) sehr weit weg, der Campingplatz deutlich weniger charmant, als ich ihn in Erinnerung hatte. Viel Eisenbahnlärm, hätte ich wissen müssen. Ich stellte fest, dass ich sehr verwöhnt von den unheimlich schönen, großen und mit Hecken umgebenen Einzelstellplätzen mit eigenem Bad in Colijnsplaat war. Ich glaube, all meine inneren Nörgeleien waren aber mehr der Ausdruck dessen, was mich leider auch die weiteren Tage begleitet hat: viel innere Unruhe, kreisende Gedanken, Genervtheit von mir selber und nicht ein Hauch von innerem Frieden. Meine Erwartungen waren riesig und es wäre sicher viel besser gewesen, keine zu haben.
Bis Dienstag früh bin ich in Klosterneuburg geblieben und habe dann recht spontan beschlossen, noch einmal loszuziehen und mir einen kleinen Campingplatz irgendwo in der Natur zu suchen. Nach einiger Recherche – ich war also nicht komplett offline – bin ich dann fündig geworden und losgefahren: zum Ötscherland-Campingplatz in Lunz am See.
Mein malerischer Stellplatz direkt an der Ybbs…
… mit lieblichem Rauschen
Auf dem Ötscherland-Campingplatz war kaum Betrieb, insbesondere unten am Flüsschen. Jede Menge Platz hatte ich für mich, Natur pur, wenig Straßenlärm, immerhin ein wenig Sonne, meinen Bulli, eine Hängematte – so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Es half jedoch alles nichts, der innere Frieden, er versteckte sich hartnäckig vor mir. Ich war frustriert, traurig und enttäuscht und es zeigte sich mir wieder einmal, dass wir die Welt nicht so sehen, wie sie ist, sondern wie wir im jeweiligen Moment gestimmt sind.
meine Mini-Outdoor-Küche – Pasta mit Pesto schmeckt immer 🙂
Danke liebe Inga fürs Ausleihen der Hängematte!
Blick aus dem Dachzelt
Abendstimmung im Bulli
Spaziergang zum See – man merkt, Körperpflege ist überfällig 🙂
Erste Blümlein
Spaziergang am Seeufer mit wunderschöner Spiegelung
Stimmungsvoller Sonnenuntergang
Ich habe viele schöne Momente erlebt – nur halt eben ohne inneren Frieden: gemütliche Augenblicke in der Hängematte, Kochen im Freien, kuscheliges Schlafen im Bulli, eine Wanderung zum See und teilweise um ihn herum, erste Blümchen, stimmungsvolle Sonnenuntergänge, sternklare Nächte.
Der allerschönste Moment jedoch war der, als Ralf auf den Campingplatz einbog, da ist mir das Herz so richtig vor Freude und Liebe übergelaufen. Und plötzlich war alles gut.
12h im Auto, 10h auf der Fähre, gesperrte Autobahn zwischen Rosenheim und München wegen Unfall, 21 Grad bei der Abreise und Sonnenschein, -2 Grad und Schnee bei der Ankunft.
… im Bentu Bistro @ Pula, direkt am Marktplatz gelegen, um diese Zeit weihnachtlich geschmückt. Der Inhaber füllt die Cornetti erst bei Bestellung nach Wahl, bei uns meist Schoko oder Crema. Heute, zum Abschluss unseres Sardinienaufenthaltes, gibt es drei verschiedene süße Leckereien. Für Nina dann noch einen koffeinfreien Soja Latte Macchiato und für mich einen Milchkaffee.
Bentu Bistro @ PulaBentu Bistro @ PulaBentu Bistro @ Pula
… am Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia und Spiaggia di Campumatta @ Pula. Spiaggia di Campumatta bei Pula ist einer von unseren drei Lieblingsstränden. Der Vorteil hier ist, dass direkt neben dem Strand eine Straße entlang führt, auf der wir morgens häufig unseren Spaziergang gemacht haben. Auch bei schlechterem Wetter und Wind ist das Gehen auf der Straße angenehmer als auf dem Sandstrand. Im Laufe der Zeit grüßten uns immer mehr der (sehr wenigen) morgendlichen Autofahrer, die, wie wir, täglich zur selben Zeit dort unterwegs waren. Spiaggia S’Acqua Durci @ Chia ist ein weiterer Lieblingsstrand. Hier ist der Weg vom Parkplatz zum Strand bereits was besonderes, weil er auf einem langen Holzsteg entlang einer Lagune führt, in der sich dutzende Flamingos aufhalten und im seichten Wasser nach Nahrung suchen. Die Spiegelung des Sonnenaufgangs in der Lagune ist hierbei sehr sehenswert. Der Sand hier hat im Sonnenaufgangslicht einen ganz besonders gelben Farbton.
… am Spiaggia di Campumatta @ Pula und ein italienisches Frühstück im Bentu Bistrot in Pula. Das Bentu Bistro ist im Laufe unseres Aufenthaltes zu einem unserer Lieblingscafés geworden. Einziger Nachteil: Es liegt leider nicht am Meer.
Spiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ PulaBentu Bistrot @ Pula
… im wahrsten Sinne des Wortes. Leider halten es die Sarden nicht sehr gut mit dem Umweltschutz, der Hausmüll wird beispielsweise gerne einfach mal am Straßengraben abgestellt. Plastik vermeiden kennen sie nicht. Hier wird so ziemlich alles in Plastik verpackt, was irgendwie geht, vor allem Obst und Gemüse. Das viele Plastik wird dann auch mal gesammelt und in großen Plastikbeuteln an der Straße liegen gelassen. Wir müssen unseren Müll und die Wertstoffe, die wir produzieren, an einer Sammelstelle abgeben. Hier stehen verschiedenste Container für die Mülltrennung bereit. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass nur wir es sehr ernst nehmen mit der Trennung. Im Container der Grünabfälle ist Plastik. Beim Plastik ist Glas dabei, beim Papier ist auch Plastik und Glas usw. Daher verwunderte uns der Anblick dieser Gewächshäuser eigentlich nicht, er passt hier – leider – in das alltägliche Bild.
Das erste Mal hat uns so gut gefallen, dass wir uns entschlossen haben, noch einmal die Küste an der Süd-Westseite hoch zu fahren. Es ging vorbei am Capo Malfatano, einigen Stränden und Sarazenentürmen, bis hin zur Marina di Teulada.
Süd-Sardinische Küstentour, Capo MalfatanoSüd-Sardinische Küstentour Capo MalfatanoSüd-Sardinische Küstentour – SarazenenturmSüd-Sardinische KüstentourSüd-Sardinische Küstentour – Torre di Pixinnì
Wikipedia sagt: Sarazenentürme sind kleine, zumeist runde befestigte Signaltürme, die die Genueser und Pisaner während ihrer Herrschaft über Korsika und Sardinien an allen Küsten der Inseln errichteten. Sie sind etwa 12 bis 17 m hoch und an der Basis 8 bis 10 m dick. Die viereckigen Sarazenentürme (in Pino, Porto, Morsiglia und Nonza auf Korsika) stammen aus der Zeit der pisanischen Besetzung der Insel. 22 runde Genuesertürme entstanden an der Ost- und 32 an der West- und 5 an der Südküste, 20 am Cap Corse, 12 im Golf von St. Florent. 67 davon sind erhalten. Ihre ständige Besatzung bestand aus vier Leuten. Auf Sardinien errichteten später die Spanier rund 70 solcher Türme gegen Piratenüberfälle. Auch auf Elba, Malta, Sizilien und dem italienischen Festland wurden die Türme errichtet. Die massigen, mal runden, mal quadratischen Türme prägen die Küsten Italiens. Die nordafrikanischen Sarazenen tauchten im 9. Jahrhundert, besonders aber zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert (die Kreuzzüge brachten der norditalienischen Bevölkerung hier über einige Jahrhunderte Entlastung), mit ihren Schiffen an den christlichen Mittelmeerufern auf, plünderten und zerstörten die Küstenorte, töteten die Bevölkerung oder verschleppten sie auf die Sklavenmärkte und drangen bis ins Landesinnere vor. Die Türme standen untereinander in Sichtkontakt, telegrafiert wurde mit Kanonenschüssen oder Feuersignalen. Von anderen Staaten oder Seerepubliken errichtete Sarazenentürme finden sich entlang der Riviera und im Piemont. In Santo Stefano al Mare gibt es den einzigen achteckigen Sarazenenturm der Riviera. Die Sarazenentürme im Landesinneren des Piemont dienten als Schutzburgen für die Bevölkerung. Nachdem ganze Landstriche des Piemont von Moslems entvölkert worden waren, erließ Humbert Weißhand einen Erlass, nach dem jeder, der einen Schutzturm baute, alles von diesem Turm sichtbare Land als Lehen erhalten könne. Heute sind alle korsischen und viele der italienischen Türme als historische Monumente erfasst.
Süd-Sardinische Küstentour – Cala Is CrabasSüd-Sardinische Küstentour – Cala Is Crabas
Glücklicherweise war die Wettervorhersage nicht richtig, sodass wir noch ein paar schöne und farbenfrohe Sonnenaufgänge erleben konnten. Heute wieder am Spiaggia di Campumatta.
Spiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ Pula
… mit Zwischenstop am Marina di Perd’e Sali Wikipedia sagt zu Sarroch: Sarroch ist eine italienische Gemeinde mit 5226 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Metropolitanstadt Cagliari auf Sardinien. Die Gemeinde liegt etwa 18 Kilometer südwestlich von Cagliari am Golf von Cagliari (Golfo degli Angeli). Auf der nördlichen und westlichen Seite erheben sich die Monti del Sulcis (Parco del Sulcis). Sarroch liegt auf der Grenze zwischen den sardischen Regionen Sulcis-Iglesiente und Campidano di Cagliari. Sarroch lebt vom Tourismus und von der Agrarwirtschaft. Neben einigen sehenswerten Gigantengräbern und den Nuraghen Antigori und Sa Domu ’e s’Orku grenzt die Gemeinde auch an den Naturpark Riserva di Monte Arcosu. Landwirtschaftlich ist die Gegend vom Olivenanbau geprägt. Daneben besteht eine Ölraffinerie der Saras SpA.
Glücklicherweise ist die Ölraffinerie nicht zentrumsnah, aber dennoch überschattet sie die Gegend und der idylisch wirkende Ort bekommt den Hauch einer Industriestadt.
Marina di Perd’e Sali – Im Hintergrund die Hafeneinfahrt von CagliariMarina di Perd’e SaliSarroch
Der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt Schlechtes vorher, daher genießen wir nochmal die grandiosen Farben zum Sonnenaufgang am Meer – heute wieder am Spiaggia di Campumatta.
Spiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ PulaSpiaggia di Campumatta @ Pula