Der Tag beginnt mit einem Morgenspaziergang am Meer. Heute soll es endlich wieder einmal sonnig werden. Es scheint so, als ob die Vorhersage stimmt.
Sonnenaufgang um 08:18 Uhr
Sonnenaufgang
Nach einem leckeren Frühstück im BYOKO fahren wir in die Sierra Bermeja. Letzte Woche gab es Schnee auf dem Gipfel, der Luftlinie nur 8 km Luftlinie von unserem Zuhause entfernt ist. (siehe: Schnee). Der kurvenreiche Weg dorthin ist dann aber doch deutlich weiter als 8 km. 1.200 Höhenmeter sind zu überwinden.
Der Weg in die Sierra Bermeja
Die letzten 5 km ist die Straße sehr eng, etwas breiter als ein Auto. Es kommt, wie es kommen muss: Wir haben Gegenverkehr.
Oben angekommen ist die Sicht diesig, von unten sah es klarer aus. Man kann Marbella (links) erkennen Estepona liegt rechts, außerhalb des Bildes.
Aussicht aus der Sierra Bermeja
Auch die Temperaturen sind niedrig, wir sind unten bei 17 Grad los gefahren. Hier oben hat es gerade mal 5 Gard. Auf dem Weg zurück haben wir nochmal Gegenverkehr, dieses Mal aber an einer Stelle, an der das Ausweichen deutlich einfacher ist. Am Nachmittag gehen wir auf einen Kaffee ins La Buena Vida, endlich wieder einmal nach all dem vielen Regen. Die Sonne und den Blick aufs Meer genießen. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist nicht so gut: Morgen wolkig, aber trocken, und die kommenden Tage sind wohl eher – mal wieder – von Regen geprägt:
Wettervorhersage für die kommende Woche
Wir hoffen, dass es besser wird als die Vorhersage sagt.
Auf unserem heutigen Morgenspaziergang überrascht uns gleich zweierlei: Kurzzeitig regnet es, obwohl alle Wettervorhersagen keinen Regen angekündigt hatten, und auf dem Rückweg sehen wir sogar Schnee.
Schnee auf dem Sierra Bermeja
Die Sierra Bermeja mit einer Höhe von 1.450 m ist nur 8 km Luftlinie entfernt – sozusagen unser Hausberg, den wir von unserer Unterkunft aus sehen. Gegen Mittag ist der Schnee wieder verschwunden. Am Nachmittag sitzen wir bei einem Kaffee im Buena Vida und genießen die Sonne.
Der Wetterbericht sagt für Estepona und alles, was westlich ist, eher schlechteres Wetter vorher. Östlich von Marbella sieht es anders aus. Wir planen daher eine Weiße-Dörfer-Runde mit den vier Orten Ojén, Coín, Alhaurín el Grande und Mijas Pueblo. Sie liegen alle östlich von Marbella.
Die „Weißen Dörfer“ Andalusiens heißen auf Spanisch Pueblos Blancos und sind eine der bekanntesten Kulturlandschaften Südspaniens.
🏘️ Was sind die Weißen Dörfer?
Die Pueblos Blancos sind traditionelle Dörfer, deren Häuser weiß gekalkt sind. Sie liegen meist:
auf Hügeln oder Bergrücken
in Andalusien, besonders in den Provinzen Cádiz und Málaga
🎨 Warum sind sie weiß?
Das Weiß hat mehrere Gründe:
Hitzeschutz: Kalk reflektiert Sonnenlicht und hält die Häuser kühl
Tradition: Geht auf maurische und andalusische Bauweise zurück
🌄 Wofür sind sie bekannt?
1️⃣ Architektur & Ortsbild
enge, verwinkelte Gassen
kleine Plätze mit Brunnen
blumengeschmückte Balkone
weiß gestrichene Fassaden mit blauen oder grünen Fensterläden
2️⃣ Geschichte & Kultur
starke maurische Einflüsse (Al-Andalus)
viele Dörfer entstanden als Festungen oder Grenzorte
Mischung aus arabischer, jüdischer und christlicher Kultur
3️⃣ Lage & Ausblicke
spektakuläre Panoramablicke
oft Blick auf:
Olivenhaine
Täler
Schluchten
oder sogar das Meer
4️⃣ Lebensstil & Traditionen
ruhiges, entschleunigtes Leben
lokale Feste (Ferias, Semana Santa)
traditionelle Küche:
Ziegenkäse
Wildgerichte
Olivenöl
Sherry (v. a. in Cádiz)
Für unsere vier weißen Dörfer sagt das Internet:
🏘️ Ojén
Charakter: ruhig, ursprünglich, wenig touristisch Lage: in den Hügeln oberhalb von Marbella, Richtung Sierra Blanca
Bekannt für:
sehr authentisches Dorfleben
enge, steile Gassen und klassisches weißes Ortsbild
schöne Ausblicke auf die Küste
Nähe zur Natur (Wanderungen, Sierra Blanca)
Kurz gesagt: Ein echtes Pueblo Blanco ohne viel Trubel – ideal, wenn man das ruhige Andalusien sucht.
🏘️ Coín
Charakter: lebendig, lokal, landwirtschaftlich geprägt Lage: im Guadalhorce-Tal, weiter im Landesinneren
Bekannt für:
wichtiges regionalwirtschaftliches Zentrum
Orangen-, Zitronen- und Avocadoanbau
große Markthalle (Mercado de Abastos)
weniger „postkartenhaft“, dafür sehr echt
Kurz gesagt: Kein klassisches Postkarten-Dorf, sondern ein lebendiger Ort, in dem Andalusier wohnen und arbeiten.
🏘️ Alhaurín el Grande
Charakter: traditionell, aktiv, bodenständig Lage: ebenfalls im Guadalhorce-Tal, nahe Málaga
Bekannt für:
starke lokale Traditionen und Feste
gute Gastronomie mit andalusischer Küche
umliegende Olivenhaine und Landwirtschaft
Ausgangspunkt für Wanderungen
Kurz gesagt: Ein funktionierendes Dorf mit viel Alltagsleben, weniger touristisch, sehr andalusisch.
🏘️ Mijas Pueblo
Charakter: malerisch, touristisch, ikonisch Lage: hoch über der Costa del Sol
Bekannt für:
eines der berühmtesten Weißen Dörfer Andalusiens
spektakuläre Aussicht auf Meer und Küste
weiß-blaue Architektur, Blumen, kleine Plätze
traditionell (wenn auch umstritten): Burro-Taxis
Kurz gesagt: Das klassische Bilderbuch-Dorf – wunderschön, aber deutlich touristischer als die anderen.
In Ojén waren wir vor zwei Jahren schon mal, sodass wir uns dieses Mal darauf beschränken, an dem Ort vorbei zu fahren auf dem Weg nach Coín.
Blick auf Ojén
Von Coín sind wir enttäuscht, es hat so gar nichts von einem weißen Dorf. Auch eine Altstadt mit den typischen engen Gassen finden wir nicht wirklich (wir haben aber auch nicht intensiv gesucht). Vom einem Platz in Coín hat man zumindest eine Aussicht auf das Dorf bzw. eigentlich ist es, wie wir feststellen mussten, eine Stadt.
CoínBlick auf Coín
Coín hat mit ca. 22.000 Einwohner sehr viel mehr Einwohner als Ojén mit seinen ca. 4.800 Bürgern. Wahrscheinlich geht deswegen der Flair eines weißen Dorfes verloren. Wir fahren weiter nach Alhaurín el Grande, das mit ca. 28.000 Einwohnern nochmal größer ist. Wir finden keinen Aussichtspunkt außerhalb vom Ort, um eine schöne Panorama Aussicht zu genießen und auch hier sind wir bei der Suche nach einem Stadtkern mit nahegelegenem Parkplatz nicht erfolgreich und das, obwohl wir durch so enge Straßen fahren, dass rechts und links nur wenige Zentimeter Platz ist. Das letzte weiße Dorf ist Mijas Pueblo. Mit knapp 6.500 Einwohnern scheint es eher so wie Ojén zu sein. Und wir werden nicht so enttäuscht wie bei den letzten beiden Dörfern.
Am Touristenzentrum von Mijas PuebloAm Touristenzentrum von Mijas Pueblo
Der Ort ist sehr schön, aber auch sehr touristisch. Er liegt am Hang, sodass man ums Treppensteigen nicht herumkommt. Ab und an sieht man auch einen Aufzug, der einen von einer tieferen Gasse auf eine höhere bringt.
Treppe im Mijas Pueblotypische enge Gasse in Mijas Pueblo
Im Ort ist es ruhig, es ist kaum Leben in den Straßen. Die Geschäfte machen gerade erst auf. Neben Leder-Geschäften finden sich Souvenierläden, Cafés und Restaurants. Viel anderes gibt es nicht.
Plaza Virgen de la Pena von Mijas Pueblo mit einem wunderschönen Baum und dem Blick auf die Ermita del calvario (oben)
Man kann sich für 15 – 25 EUR mit einem Burro-Taxi durch den Ort fahren lassen. Dabei handelt es sich um Esel, die früher als Last- und Arbeitstiere genutzt wurden und später begannen, Touristen mit Droschken durch das Dorf zu ziehen. Abschließend fahren wir nach Hause mit dem Gedanken, Mijas Pueblo noch einmal zu besuchen, wenn etwas mehr los ist und der Ort nicht wie ausgestorben ist.
Unsere weiße Dörfer Runde
Nachmittags laufen wir zu Birdie auf einen Kaffee, ein Bananenbrot und einen Blaubeer-Muffin.
Abends bekommen wir vom Balkon wieder einen schönen Sonnenuntergang mit.
Nina schläft länger. Ich mache den Morgenspaziergang alleine und nehme die Drohne mit. Am Strand nahe unserem Appartement bietet sich die Gelegenheit sie steigen zu lassen.
Auch hier hat Sturm Francis seine Spuren hinterlassen. Am Strand ist viel Gestrüp angespült worden. Auch der Bach, der am Malva Beach Restaurant ins Meer fließt, ist mit Wasser gefüllt und hat Teile des Strandes weg gespült. Wir haben bisher noch nie so viel Wasser im Bach gesehen.
Gestrüp am Strand
Hier fließt der Bach ins Meer
Nach Sonnenaufgang
Nach Sonnenaufgang
Nach Sonnenaufgang
Nina ist zwischenzeitlich auch aufgestanden und schaut sich den Sonnenaufgang vom Balkon aus an.
Sonnenaufgang vom Balkon
Nach dem Frühstück fahren wir nach San Pedro Alcátara und laufen dort an der Promenade entlang.
Der Weg nach San Pedro de Alcántara
Promenade von San Pedro de Alcántara
Blick auf den Strand und das Meer
Entlang der Promenade schließt sich ein Café/Restaurant an das nächste an.
Cafés an der Promenade
Wir kehren zum Frühstück im ÁMMO, einem Beach Club & Cocktail Bar ein. Früchte mit Joghurt und Müsli: Erste Klasse. Kaffee: gut, aber überteuert. Ausblick: genial.
Frühstück im ÁMMO
Der Ausblick ist toll und die Sonne trägt dazu bei, dass unsere Stimmung steigt.
Ausblick beim Frühstück
Am Nachmittag laufen wir zum Ikigai nach Estepona um dort einen Nachmittagskaffee zu trinken. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Trotzdem bin ich überrascht, wie viel heute hier los ist. Ich hatte gedacht und auch gehofft, dass jetzt, nach der Weihnachts-Ferienzeit, wieder mehr Ruhe einkehrt. Den Sprachen nach zu urteilen, sind hauptsächlich Spanier, Skandinavier und Polen/Russen/Ukrainer unterwegs.
Bei unserem Morgenspaziergang können wir die Auswirkungen vom Sturm der letzten Tage sehen. Francis hat wieder Sand vom Strand weg gespült.
Furche durch den Strand durch abfließendes Wasser
Hier fehlt der Sand komplett auf einer Höhe von 20.30 cm und einer Länge von 200 m
Auch hier eine Furche durch abfließendes Wasser
Die Mauer ist unterspült worden auf einer Länge von 15 m
Heute kommt die Sonne durch. Der Sonnenaufgang ist zunächst noch etwas diesig.
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Der heutige Tag ist fast wolkenlos und sonnig und es ist auch wieder etwas wärmer mit 18 Grad. Am Nachmittag genießen wir auf der Terrasse vom La Buena Vida einen Kaffee und ein Glas Wein mit Blick auf das Meer. Wir sitzen ohne Jacke, in der Sonne ist es angenehm warm. So muss das sein. 🙂
Heute ist Sonntag, die letzten Tage war es wieder sehr regnerisch und stürmisch. Teilweise mit überschwemmte Straßen. Berichte in den Medien aus den Nachbarorten waren ähnlich: Überflutete Straßen, Tunnel, Tiefgaragen. Bei uns direkt vorm Haus stand der Kreisverkehr gestern für die Zeit von ca. 30 Minuten teilweise unter Wasser. Das Wasser floss aber schnell ab. Hier der Eindruck, wie es auf unserem Balkon aussah:
Die Wolkenlage vom Samstag zeigt, dass frühestens am Montag mit einer Besserung zu rechnen ist.
Regenwolken und Gewitter sind im Anflug
Auch heute regnet es. Es soll den ganzen Tag so bleiben.
Aussichten für heute und die kommende Woche
Ab morgen sieht das Ganze dann deutlich besser aus. Die Vorhersage sagt fast wolkenlosen Himmel für die ganze Woche vorher. Temperaturen tagsüber zwischen 12 und 17 Grad. Die Erfahrung zeigt, dass es in der Sonne deutlich wärmer ist. Wir freuen uns darauf, wieder im Café in der Sonne zu sitzen und einen Kaffee zu trinken.
Wolkenlose Aussichten für die kommende Woche
Wir haben von William, unserem Hausmeister, vergangene Woche Avocados und Zitronen von der eigenen Plantage geschenkt bekommen. Nina nutzt das schlechte Wetter, um die Zitronen zu verarbeiten. Sie möchte eine Zitronen-Mascarpone-Mousse machen.
Wir sind gut ins neue Jahr gestartet. Der gestrige Tag war wettertechnisch durchwachsen mit Hang zum Regen. Nina und ich sind beide aufgeblieben. Nina hat sich astrologisch auf 2026 vorbereitet und ich habe einen YouTube Kanal für mich erstellt. Da gibt es nun die Drohnen-Videos zu sehen. Erstaunlich, wie ChatGPT dabei unterstützen kann. Im Grunde ist alles, was es in dem Kanal gibt, auf Basis von dieser KI entstanden. Ich beschreibe mit wenigen Worten, was in dem Video zu sehen ist und ChatGPT gibt mir die Überschrift, die Beschreibung, die Stichworte, auf deutsch und englisch,… kurz, alles, was YouTube an Informationen haben möchte, sodass der Kanal auch von anderen Personen gefunden wird. Selbst den Namen und das Banner ist von ChatGPT. Hier der Link: https://www.youtube.com/@silentflightsbyralf
Um Mitternacht sind wir auf unsere Dachterrasse gegangen und haben von dort das Feuerwerk über dem Strand und der Stadt angesehen.
Feuerwerk über EsteponaFeuerwerk über EsteponaFeuerwerk über Estepona
Nach ca. 15 Minuten war alles vorbei. Wir sind ins Bett und auch gleich eingeschlafen. Um 01:00 sind wir aber wieder wach geworden, weil laute Musik bis in unser Schlafzimmer vorgedrungen ist. Knapp 200 Meter von unserer Unterkunft entfernt ist das Kongresszentrum von Estepona. Dort ging richtig die Post ab. An Schlafen war nicht zu denken. Glücklicherweise war um 07:00 Uhr dort Schluss, sodass wir noch ein paar Stunden in den Vormittag hineinschlafen konnten. Und wir haben natürlich auch ganz gediegen einen Mittagsschlaf gemacht. Wenn wir uns richtig erinnern, hatten wir vor einem Jahr dieselbe Erfahrung mit der Party. Damals waren wir noch näher dran als dieses Jahr. Das Wetter: Bewölkt mit Regen bei 14 Grad. Nicht so gemütlich.